In Schlangen habe ich meine Seelenverwandten gefunden.
Wie sie werde auch ich oft gemieden oder missverstanden – dabei ist mein Wesen sanftmütig und sucht nur den Frieden.
Es ist eine stille Ungerechtigkeit, wenn die eigene Gutmütigkeit als Schwäche ausgelegt oder mit Misstrauen beantwortet wird.
Lange Zeit habe ich versucht, es jedem recht zu machen, nur um am Ende verletzt, belächelt oder ausgenutzt zu werden.
In der Welt der Schlangen habe ich einen Zufluchtsort vor dieser Härte gefunden.
Sie lehren mich, dass man in der Stille wachsen kann, ohne sich für andere zu verbiegen.
Die digitale Leinwand ist mein Raum, um dieser Bitterkeit Luft zu machen.
Hier verwandle ich per Fingermalerei jede Enttäuschung in Farben und fließende Bewegung.
Die Kraft der Schlange hilft mir, meine seelischen Wunden zu schließen und negative Erfahrungen in pure, schöpferische Energie zu transformieren.
Dieses Tagebuch dokumentiert meinen Weg der Verwandlung – ein Prozess, bei dem aus Schmerz schließlich Stärke wird.
Schön, dass du da bist.
Das Echo der Kreuzottern - Von Kopie und wahrer Schöpfung.
Manchmal blickt man in den Spiegel der Vergangenheit und sieht dort Dinge, die einen sprachlos machen. Heute ist so ein Tag. Es ist schwer zu ertragen, wenn man feststellen muss, dass Ideen und Konzepte, die ich vor Jahren mit viel Herzblut entwickelt habe, nun von anderen kopiert und zu Geld gemacht werden. Während man mich als junge Künstlerin ignoriert oder gar ausschließt, wird anderen - oft etablierten Senioren-Künstlern - von Unternehmen die Bühne bereitet, um mit meinen ursprünglichen Mühen Erfolge zu feiern.
Es ist eine schmerzhafte Ungerechtigkeit: Meine Person wird abgelehnt, aber meine Visionen werden geerntet.
Doch meine Kunst ist heute meine Antwort darauf.
In meiner aktuellen Kunst begleiten mich meine beiden Kreuzottern "Romulus" und "Remus".
Sie sind für mich weit mehr als nur ein Motiv - sie sind die Hüter meiner Seele in diesem Chaos:
Romulus steht für das Vergangene und die Wut: Er trägt die Enttäuschung über das Erlebte und den Schmerz des Ausschlusses. Er ist das Mahnmal für die Zeit, in der man mir nicht zugehört, aber genau hingesehen hat, um sich zu bedienen.
Remus steht für die Zukunft und die Zuversicht: Er blickt nach vorne. Er ist die Gewissheit, dass man zwar eine Idee stehlen kann, aber niemals die Quelle, aus der sie entspringt. Er erinnert mich daran, dass am Ende alles gut wird, weil wahre Schöpfungskraft unerschöpflich ist.
Was stimmt nicht mit einer Welt, die das Original verkennt, aber die Kopie feiert? Ich habe darauf keine Antwort. Aber ich habe meine Kunst. Man kann mich kopieren, aber man kann niemals die Seele erreichen, die hinter jedem meiner Fingerstriche und jedem Gedanken steckt.
Ich bleibe hier. Ich kreiere weiter. Und meine Kreuzottern wachen über meinen Weg.
Das Geheimnis ist gelüftet – und das Phantom bleibt unbesiegt.
Da mein Montags-Rätsel niemanden auf die richtige Spur führen konnte, präsentiere ich euch heute die Auflösung. Das Wesen, das "stumm von Enttäuschung erzählt", ist mein Buschmeister "Morbus" (Lachesis muta).
Dass niemand darauf gekommen ist, passt perfekt zu diesem Tier, denn er ist ein echter Geist der Regenwälder - unnahbar, selten und voller Mystik.
Warum der Buschmeister so faszinierend ist:
Sein lateinischer Name bedeutet "Stumme Schicksalsgöttin".
Er warnt zwar durch Schwanzvibrieren im Laub, doch er bleibt dabei leise und unheimlich - ganz anders als seine rasselnden Verwandten. Außerdem ist er die größte Vipernart der Welt und die längste Giftschlange Amerikas. Ein wahrer König seiner Gattung also. Seine Schuppen sind extrem stark gekielt, dass seine Haut wie aus rauem Stein gemeißelt wirkt. Ein natürlicher Schutzpanzer, der ihm diese urzeitliche Optik verleiht und als Lauerjäger kann er tagelang völlig regungslos verharren, bis der Moment des Bisses gekommen ist. Sein Gift ist hochwirksam, aber er setzt es sehr gezielt ein. Er verschwendet keine Energie - pure, schlummernde Macht.
Ein Motiv, das Geduld und Ehrfurcht lehrt. Auch wenn das Rätsel dieses Mal ungelöst blieb, hoffe ich, dass euch die Geschichte hinter dem Bild genauso fasziniert wie mich beim Malen!
Ich wünsche euch in diesem Sinne ein wunderschönes Wochenende!
Während ich an den Details meines aktuellen Tieres arbeite und Schuppe um Schuppe zum Leben erwecke, wandern meine Gedanken oft weg von der Leinwand.
Ich frage mich: Warum fällt es manchen Menschen so schwer, anderen ihren Erfolg, ihr Glück oder einfach nur ihre Leidenschaft zu gönnen?
Was treibt jemanden dazu, Hass, Neid und Missgunst zu verbreiten, anstatt einfach mal innezuhalten und sich für jemand anderen zu freuen?
Kreativität und Fortschritt brauchen eigentlich einen positiven Raum, um zu wachsen.
Ich für meinen Teil entscheide mich ganz bewusst gegen diese Negativität.
Ich konzentriere mich lieber auf die Freude am Erschaffen und auf die Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und inspirieren.
Lasst uns doch lieber gemeinsam leuchten, statt zu versuchen, das Licht der anderen auszusperren.
Wie seht ihr das? Habt ihr heute schon jemandem ein Lächeln oder ein nettes Wort geschenkt?
Die Woche ist neu, das Motiv ist gewählt,
ein Wesen, das stumm von Enttäuschung erzählt.
Er ist der Größte, den seine Gattung kennt,
ein Name, den man nur mit Ehrfurcht nennt.
Wie aus Stein geschlagen, so rau ist die Haut,
ein Panzer aus Schuppen, den die Natur ihm gebaut.
In seinem Blick liegt die Ruhe der Nacht,
doch in seinem Inneren schlummert die Macht.
Sein Biss ist das Ende, sein Gift ist die Wehr,
gegen Lügen und Neid und ein Menschenmeer.
Wer ihn nicht achtet, wer blind ihn verkennt,
der spürt bald den Schmerz, der im Inneren brennt...
Oft wird Karma als eine Art drohendes Urteil verstanden, als eine dunkle Wolke, die über uns schwebt. Doch wenn man genau hinsieht, ist es eigentlich nur eines: ein vollkommener Spiegel. Es ist die unbestechliche Reflexion unserer eigenen Taten, Gedanken und Absichten. Wie die Haut einer Schlange, die sie abstreift, um Platz für ein neues Ich zu schaffen, ist Karma der ewige Kreislauf von Ursache und Wirkung.
Nichts verschwindet einfach; alles wandelt sich nur um.
Ich habe meine Kapkobra "Karma" getauft und sie in diesen fließenden Goldtönen gemalt, um genau diese unaufhaltsame, ruhige Kraft festzuhalten.
Eine Kobra greift nicht grundlos an - sie ist die personifizierte Wachsamkeit. Sie wartet, sie beobachtet und sie existiert in einer majestätischen Souveränität, die keine Rechtfertigung braucht. Das Herzstück für mich ist der bewusste Kontrast der blauen Zunge. Inmitten der warmen, erdigen Farben steht dieses kühle Blau für die absolute Klarheit und die nackte Wahrheit, die hinter jeder unserer Handlungen liegt.
Es ist die Stimme der Erkenntnis, die uns daran erinnert, dass wir selbst die Architekten unseres Schicksals sind. Wenn wir lernen, das Leben nicht als Kampf gegen äußere Umstände zu sehen, sondern als einen Tanz mit unseren eigenen Echos, dann verliert das Wort Karma seinen Schrecken. Es wird zu einer Einladung, mit Achtsamkeit und Aufrichtigkeit durch die Welt zu gehen.
"Karma" ist meine Hommage an diese stille Gerechtigkeit.
Manchmal muss es erst richtig trüb und unkomfortabel werden, bevor man strahlen kann.
Genau wie meine Mamba "Aurelius" kurz vor der Häutung, gehen auch wir durch Phasen, in denen wir uns festgefahren oder "blind" fühlen.
Aber heute habe ich gemerkt: Das war kein Stillstand, das war Vorbereitung.
Ich lasse die alte Haut, die Zweifel und die Erschöpfung hinter mir.
Ich bin heute nicht nur ein Stück gewachsen - ich bin innerlich stärker geworden.
Bereit für das nächste Kapitel.
Wer die Geduld der Friedlichen prüft,
sollte darauf gefasst sein,
dass hinter der Maske einer Natter die Macht einer Giftschlange liegen kann.
Manche Grenzen überschreitet man nur ein einziges Mal.
Viele lassen sich oft vom ersten Anschein täuschen. Sie verwechseln Sanftmut mit Schwäche und Stille mit Wehrlosigkeit.
Für mein aktuelles Werk habe ich bewusst den Inlandtaipan gewählt - "Anu" - nach den Anunnaki benannt - ein Wesen, das diese Wahrheit wie kaum ein anderes verkörpert.
Er sucht keinen Streit, er lebt zurückgezogen und friedlich.
Er sieht fast harmlos aus, wie eine gewöhnliche Natter.
Doch in dieser Ruhe liegt eine Macht, die absolut ist.
Wer seinen Frieden bricht, begegnet nicht nur einer Schlange, sondern einer Konsequenz, die keine Umkehr kennt.
Frieden ist eine bewusste Entscheidung - und kein Mangel an Stärke!
Manche Grenzen sind nicht dazu da, getestet zu werden. Sie sind dazu da, respektiert zu werden.
Kunst beginnt dort, wo Worte enden und Enttäuschung heilt.
Ich male Schlangen nicht nur wegen meiner Autoimmunerkrankung, vielmehr auch, weil sie ein Spiegelbild vieler von uns sind: oft zu Unrecht verurteilt, missverstanden und unterschätzt. In ihrer Reinheit und ihrer ehrlichen, rohen Kraft finde ich meine eigene Stärke wieder. "Surtur" meine Korallenschlange, ist mehr als nur Farbe auf Leinwand - er ist die Rückeroberung der eigenen Integrität.